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Die Weimarer Republik

Politik der Weimarer Republik

Das Bild von der Weimarer Republik trägt bis auf den heutigen Tag ambivalente Züge. Es ist geprägt von den chaotisch und anarchisch anmutenden Zuständen, die sich sowohl mit der Gründungszeit als auch mit der Ära des Zerfalls und der Auflösung der Republik verbinden, von instabilen und in ihrem Handlungsspielraum eingeschränkten Regierungen, von dem auf der Straße tobenden erbitterten Kampf linker wie rechter Schlägertrupps und von jenen tiefen sozialen und ökonomischen Krisen, die extreme politische Kräfte für ihre antidemokratischen Zwecke auszunutzen trachteten.


Alle Abbildungen entstammen den Bänden »Die Kultur von Weimar. Durchbruch der Moderne« und »Demokratie ohne Demokraten? Die Innenpolitik der Weimarer Republik«.

 

In derselben Weimarer Republik wurde jedoch auch die Bismarcksche Sozialgesetzgebung des späten 19. Jahrhunderts um eine Reihe zentraler Regelungen bereichert, die weltweit einen geradezu vorbildhaften Charakter besaßen, so zum Beispiel bei der Tarifautonomie, dem Mutter- und Jugendschutz und dem sozialen Wohnungsbau. Zugleich gelten die Jahre zwischen 1919 und 1933 in Bezug auf Wissenschaft, Kunst und Kultur als eine der fruchtbarsten und facettenreichsten Perioden in der gesamten deutschen Geschichte.
(Hendrik Thoß)

 

Die »Kultur von Weimar«

Berlin in den Zwanzigern: Drängelnde Menschen eiligen Schrittes, hupende Automobile, gleißend helle Reklametafeln, überfüllte Trambahnwagen der »Elektrischen«, Straßencafés voll mit Zeitungslesern, androgyne »Sportsgirls« auf dem Boulevard, Zeitungsjungen mit neuesten Sensationen, Plakate für Boxabende und Tiller-Girls, Bars mit Jazzklängen, Kinopaläste, Künstler und Bohèmiens im prachtvollen Romanischen Café und die Runde aus linken und rechten Intellektuellen beim Verleger Ernst Rowohlt. Diese Szenerie fasziniert bis heute, immer wieder haben sich Künstler und Musiker auf die Suche nach den »Roaring Twenties« nach Berlin begeben: So David Bowie, der in den Siebzigern nach Berlin zog, oder die irische Band U2, die sich vom Weimarer Berlin für ihre Alben Achtung Baby und Zooropa inspirieren ließ.

Expressionismus und Neue Sachlichkeit, Technisierung und Rationalisierung, neue Architektur und traditionelles Wohnen, verändertes Geschlechterverhalten und Eugenik-Diskurs, Agitprop und Konservative Revolution, Symbolkämpfe und physische Gewalt zeugen von einer disparaten kulturellen Moderne, die so rasant daherkam und ungemütlich ausstaffiert war, dass viele nicht bereit waren, ihren ambitionierten Kündern zu folgen. Die Weimarer Kultur gilt heute als Inbegriff der Moderne, doch ihren Bewunderern muss auch bewusst sein, dass sie sich nicht nur in einem von Gewalt und Krisen bestimmten Gehäuse entwickelte, sondern durchaus eigene Tendenzen zur Gewalt und Radikalität in sich barg. Insofern erweist sich auch diese, in vielerlei Hinsicht so kreative und hell leuchtende Weimarer Moderne als ambivalent – faszinierend ambivalent.
(Peter Hoeres)

 


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